Social Media Nutzung für Journalisten

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Die Veränderungen unserer Medienwelt sind […] fundamental – wie der Wechsel von der Scheibe zur Kugel. Kein Stein bleibt auf dem anderen. Dennoch wird in der Öffentlichkeit so getan, als hätten wir die Wahl, bei der bisherigen Organisation unserer medialen Öffentlichkeit bleiben zu können (Martin Oetting).

Haben wir die Wahl diesem Wandel aus dem Weg zu gehen? Ich sage schlicht und einfach: nein. Unternehmen wie Institutionen, die sich nicht mit dem Thema Internet auseinander setzen, verlieren den Kontakt zu ihren Kunden – und das von Tag zu Tag mehr. Wenn eines so sicher wie das Amen in der Kirche ist dann das, dass wir nicht mehr ohne das Internet sein werden.

Social Media nimmt an Bedeutung zu

Das liegt vor allem an dem Verhalten der Internetnutzer: Seit es das Web 2.0 mit seiner einfachen Bedienung gibt, fallen die User über die sozialen Plattformen her. Es wird kommentiert, gebloggt, getwittert – ganz einfach: kommuniziert was das Zeug hält. Dass die Bedeutung von Social Media kontinuierlich steigt, lässt sich aufgrund der intensiven Nutzung von den bekanntesten Plattformen wie Facebook, YouTube, Twitter und Co. wohl kaum mehr leugnen. Diese Entwicklung beschreibt einen digitalen Wandel in unserer Gesellschaft.

Digitalisierung als Schädling des klassischen Journalismus?

Eben diese Veränderung macht besonders dem Pressewesen zu schaffen, das in letzter Zeit immer häufiger mit Schlagzeilen in den Blickpunkt der Medien geraten ist:

Financial Times Deutschland: Schließt. Frankfurter Rundschau: Insolvent.”

“Das geschriebene Wort steht am Anfang jeder gesellschaftlichen Debatte, doch nun spürt es die volle Wucht der Digitalisierung.”

Wie guter Journalismus überleben kann S. 25-28

In früheren Zeiten wurden Journalisten nicht reich, weil sie gut schreiben oder recherchieren konnten. Die Kontrolle über Druckerpresse oder Sender und damit auch über Werbeeinnahmen, gaben Journalisten ihr tägliches Brot. Das ist mittelfristig vorbei. Dennoch lässt sich der Vorwurf, klassischer Journalismus werde vom digitalen Netz zunichte gemacht, nicht bestätigen. Sicherlich gibt es Unterschiede der Vorbereitung von print respektive online Veröffentlichungen. Trotzdem bleiben die Grundbausteine des Einordnens, Analysierens und Bewertens von Informationen im Web weiterhin bestehen.

Journalismus im digitalen Zeitalter

Lediglich der Fokus des heutigen Journalismus hat sich verändert. Problematisch an der Veränderung ist lediglich, dass viele Presseakteure selbst schwer daran tun, sich mitzuverändern – sich an die neue Form der Kommunikation anzupassen. Und eben genau das ist es: Wir sprechen hier von einer neuen Art zu kommunizieren. Journalisten müssen lernen, Dialogpartner für ihre Leser zu werden und sich nicht mehr einzig als Verfasser ihrer Texte zu sehen. Eben dies sind die Worte des taffen Journalisten Dirk von Gehlen, Chefredakteur von jetzt.de und Leiter der Social Media Abteilung der Süddeutsche Zeitung.

Den Text zum Video gibt es hier

Neue Finanzierungsmöglichkeiten

Das ist der richtige Denkansatz: Die neuen Kommunikationsräume eröffnen neue Geschäftsmodelle. Besonders im Internet gilt es nach Mischformen der Finanzierung Ausschau zu halten. Die können Pay-Varianten beinhalten, bei denen der Leser ganz klassisch für den Inhalt bezahlt oder aber auch die Idee nach pauschalen Abgaben.  Spannend und sicherlich auch für Journalisten interessant, ist die Möglichkeit von Clubmodellen. Der Gedanke hierbei ist, dass für den gemeinsamen Raum gezahlt wird und nicht mehr für den einzelnen Inhalt.

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Social Media zur Qualitätssicherung nutzen

So wie Social Media Fragen nach der Finanzierung von medialen Inhalten aufwirft, entstehen auch Fragen nach deren Qualität. Qualität und Internet sind zwei Begriffe, die nicht gerne gemeinsam in den Mund genommen werden. Doch gleicht das eher einer Verurteilung als einer nüchternen Betrachtung. Das Geschehen sollte aus den Augen der heutigen Zeit beobachtet werden: Das gesamte Leben beschleunigt sich, deshalb müssen Informationen schneller ans Ziel gebracht werden. Um dieser Schnelligkeit gerecht zu werden, bietet das Internet mit seiner globalen Vernetzung die besten Voraussetzungen dafür. Dank dieser Form der Technik, sollte es Journalisten leichter fallen, Informationen und Inhalte viel schneller als herkömmlich zu sichten.

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Fakt ist: Das Internet wird nicht mehr aus unserem Leben verschwinden. Deshalb müssen die Möglichkeiten erkannt werden, die das Internet mit sich bringt und die finden sich in der sozialen Netzwelt. Hier bündeln sich Leute, die man sonst nur sehr kompliziert erreichen konnte über Twitter Feeds, über Google+ Accounts und über ihre Interessen.

Journalismus wird überleben

Dieser Strom von Nutzer sucht aber gerade wegen der Informationsflut nach qualitativen Texten. Deshalb werden Leser beziehungsweise User auch weiterhin professionelle Inhalte rezipieren wollen, die sich durch Qualität auszeichnen. Wenn zudem noch effektive Mischmodelle in die Tat umgesetzt werden, droht dem professionellen Journalismus kein Untergang. Um diese Sorge gänzlich vom Tisch zu räumen, hat Dirk von Gehlen zum Abschluss noch eine sehr schöne Metapher parat:

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Dennoch gilt es für Journalisten umzudenken und sich den Wandel der Medien zu Nutzen zu machen. Dieser Nutzen steckt mit Sicherheit in den Möglichkeiten von Social Media. Also keine Scheu zeigen, sondern Mut zum Experimentieren beweisen.

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